Ratgeber Trockenbau

Der sogenannte Trockenbau ist eine Arbeitsmethode, welche nicht nur den Heimwerker begeistert, sondern auch bei professionellen Bauprojekten anderen Bautechniken (z.B. der Massivbauweise) immer mehr den Rang abläuft. Leichte Bauteile, einfache Verarbeitung, leistungsfähige Materialien in präzise aufeinander abgestimmten Komplett-Systemen – der Trockenbau bietet attraktive Vorteile! Der Name „Trockenbau“ rührt daher, dass keine feucht angerührten Baustoffe wie z.B. Beton oder Mörtel verwendet werden. Klassisch ist die Konstruktion von Wänden mithilfe von Gipsplatten und Ständerwerken, doch auch viele andere Konstruktionen lassen sich in Trockenbauweise realisieren – auch viele Produkte aus Holz können hier zum Einsatz kommen! Erfahren Sie mehr in unserem Ratgeber: Ihr HolzLand Hasselbach wünscht eine anregende informative Lektüre!

Unsere Themen rund um den Trockenbau


Anwendungen und Konstruktionen in Trockenbauweise

Die bekannteste Anwendung im Trockenbau ist sicherlich das Ziehen von neuen Wänden bzw. „leichten Wänden in Trockenbauweise“.

Basisaufbau im Trockenbau

Die typischen Elemente für Trockenbauwände und auch für andere Konstruktionen bestehen aus folgendem:

  • Ständerwerk: Klassisch bestehend aus Metallprofilen oder Holz, z.B. Kanthölzer oder Konstruktionsvollholz (KVH)
  • Beplankung durch Platten: Meist Gipsfaser- bzw. Gipskartonplatten, doch auch Holzwerkstoffe wie OSB eignen sich hervorragend
  • Dämmmaterialien für die Zwischenräume: z.B. Mineralwolle oder natürliche Dämmstoffe von Zellulose bis Holzfaserdämmstoffen
  • Befestigungsmaterialien: Natürlich müssen die oben genannten Elemente noch miteinander verbunden und befestigt werden, etwa mit Schnellbauschrauben, sowie verfugt und eventuell an der Oberfläche bearbeitet.

Trockenbaukonstruktionen

  • Montagewände / Trennwände / Raumteiler
  • Installationsvorwände: z.B. in Badezimmer und WC, um Wasserleitungen und Abwasserrohre zu verkleiden.
  • Abhängdecken: Wenn eine niedrigere Decke gewünscht wird, lässt sich in Trockenbauweise eine tiefere Decke realisieren. Dies kann z.B. dazu dienen, um darüber Leitungen zu legen, Leuchtmittel wie LED-Spots zu integrieren, oder auch eine Schall- und Wärmedämmung zu installieren. Weiterhin spart eine abgehängte Decke Heizenergie.
  • Trockenbau-Böden: Hohl- oder Installationsböden, um Platz für Kabel und Haustechnik oder Rohre zu schaffen, oder auch für Brand- und Schallschutz-Installationen.
  • Feuerschutzkonstruktionen wie z.B. Brandschutzwände, Schachtwände oder andere Boden-, Wand- und Deckenkonstruktionen, bei denen ein hoher Feuerwiderstand gefragt ist.
  • ... und vieles mehr!

Unterschied Gipskarton- und Gipsfaserplatten

Der Trockenbau wird vor allem mit Gipsplatten in Verbindung gebracht, und dies zurecht: Diese aus natürlichen Materialien gefertigten Platten, welche ganz ohne Leimzugabe, sondern lediglich durch Hitze geformt werden, eignen sich hervorragend für die „Philosophie“ und Arbeitsweise des Trockenbaus. Sie sind günstig, vielseitig, leicht und einfach zu verarbeiten. Schlussendlich gibt es zwei Hauptvarianten: die Gipsfaserplatte und die Gipskartonplatte.

  • Gipskartonplatten: Diese beinhalten einen von einem Karton ummantelten Gipskern. Der bekannteste Hersteller ist Rigips – so bekannt, dass „Rigips“ von vielen als Produktbezeichnung statt als Herstellername verwendet wird! Sie verfügen über eine glatte Oberfläche, welche sich sehr gut weiterverarbeiten lässt. Im Vergleich zur folgenden Gipsfaserplatte sind sie günstiger, dafür aber empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit und weniger stabil und formbeständig. Sie lassen sich sehr gut verarbeiten und bieten gegenüber Gipsfaserplatten ein geringeres Flächengewicht.
  • Gipsfaserplatten: Diese Plattenvariante besteht durchgängig aus Gips, welcher durch Zugabe von Zellulosefasern eine hohe Festigkeit und Formstabilität erreicht. So lassen sich auch Nägel, Schrauben oder Haken sehr gut befestigen. Gipsfaserplatten sind belastbarer, feuchtraumtauglich, allerdings auch teurer und schwerer. Die Verarbeitung erfordert spezielle Schneidewerkzeuge, während die Gipskartonplatte durch Einritzen mit dem Cuttermesser und Brechen über eine Kante ganz einfach gekürzt werden können. Als führende Marke im Bereich der Gipsfaserplatten gilt Fermacell, doch auch die Firma Knauf ist seit langem eine feste Größe bei dieser Plattenvariante.

Typische Ausführungen & Formate

Die passende Anwendung für eine Gipsplatte wird vor allem durch die Dicke gesteuert. Bei Trennwänden, welche auch ein Gewicht tragen sollen, sind Dicken von 12,5 bis 18 mm ratsam – je dicker, desto belastbarer, etwa durch Hängeschränke in der Küche oder Waschtische und Hänge-WCs. Bei hohen Belastungen sollte man definitiv auf Gipsfaserplatten setzen. Dünnere Gipsplatten eignen sich als Renovierungs- oder Trockenputzwände.

Gipsplatten erhalten Sie ferner in verschiedenen Breiten. Die optimale Breite richtet sich nach verschiedenen Faktoren und nicht zuletzt auch nach der Arbeitsweise. So ermöglichen die ca. 60 cm breiten Ein-Mann-Platten genau das: die komfortable Montage durch eine einzelne Person. Breitere Platten, etwa im Standardformat von 125 cm, erlauben eine schnellere Flächenbeplankung und verringern den Aufwand der Verfugung sowie den Bedarf an Ständerwerk-Material.

Neben den „Basis-Varianten“ gibt es noch Spezialausführungen für bestimmte Zwecke.

  • Imprägnierte Gipskartonplatten für Feuchträume: Während die herkömmliche Gipskartonplatte empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist, erhöhen spezielle imprägnierte Gipsplatten die Feuchtebeständigkeit, sodass zumindest temporär höhere Feuchtigkeit ausgehalten wird. Diese Platten erkennen Sie an der grünen Farbe.
  • Schallschutzplatten unterstützen die Konstruktion von schalldämmenden Wänden. Vor allem doppelt beplankte Wände mit ausreichend starken Platten bieten eine ordentliche Schalldämmung. Hierbei gilt, dass zwei verwendete Platten wirksamer sind als eine einzelne Platte mit gleicher Dicke.
  • Thermoplatten ermöglichen durch ihre Wärmeleitfähigkeit den Betrieb von Decken- und Wandheizsystemen.
  • Feuerschutzplatten können die Lösung sein, wenn das Baurecht besondere Anforderungen stellt, etwa bei der Verkleidung von Kabeln.
  • Strahlenschutzplatten reduzieren nahezu vollständig elektromagnetische Strahlung und erlauben so strahlungsfreie Ruheräume.
  • ... und viele mehr von Akustikplatten bis zu Strahlenschutzplatten für den medizinischen Bereich!

Werkzeuge für den Trockenbau

Das Interessante am Trockenbau ist auch, dass nur wenige und durchaus gängige Werkzeuge benötigt werden. Zum Messen dienen Maßband oder Zollstock, Bleistift und – sinnvoll – auch eine Wasserwaage. Je nach Konstruktion können auch Lot und Richt- bzw. Schlagschnur helfen. Verwendet man Metallprofile bzw. Ständerwerke, lassen sich diese mit einer Blechschere oder einer passenden motorbetriebenen Säge zuschneiden. Gipskartonplatten lassen sich einfach per Cutter und Brechen auf Maß bringen. Denken Sie hier an genug Ersatzklingen! Natürlich können Sie auch hier eine elektrische Stichsäge oder auch manuelle Gipskartonplatten-Sägen nutzen. Spezielle Trockenbau-Bits für den Akkuschrauber (PH2) sorgen dafür, dass man nicht zu tief schraubt.

Neben dieser Grundausstattung können Sie auf weitere „Helfer“ zurückgreifen wie Schraubenvorsätze, welche mit ihrer Tiefenbegrenzung dafür sorgen, dass man die Schrauben stets optimal vertieft. Für die Deckenmontage erweisen sich Plattenheber als enorm hilfreich.


Tipps für das Arbeiten in Trockenbauweise

Alle führenden Marken im Bereich der Trockenbau-Materialien, von Fermacell über Rigips bis Knauf, bieten komplette, aufeinander abgestimmte Systeme an. Somit ist ein fehlerfreies passgenaues Arbeiten möglich, welches nicht nur der Heimwerker, sondern auch der Profi schätzt. Ein „Mischen“ von Materialien verschiedener Hersteller und die potenziellen Kompatibilitätsprobleme gehören damit der Vergangenheit an. Setzen auch Sie auf komplette Systeme! Doch wahr ist auch, dass viele Konstruktionen kein „Hexenwerk“ darstellen und mit ein wenig Augenmerk (oder auch fachlicher Beratung) gut geplant und durchgeführt werden können. Wichtig ist vor allem die Wahl der passenden Platten, die Ausstattung mit den richtigen Werkzeugen und Montagematerialien. Achten Sie darauf, die passenden Schrauben für das jeweilige Ständerwerkmaterial zu nutzen. Metall braucht andere Schrauben als Holz.

Gerne beraten wir Sie ausführlicher vor Ort bei uns in Rosdorf / Göttingen. Bei uns erhalten Sie nicht nur ein umfassendes Sortiment für Trockenbau-Konstruktionen, sondern auch die passende Fachberatung.

Hier geht es zu unserem Sortiment rund um Baustoffe und Trockenbau.

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